Angst ist in der Krise der schlechteste Berater

Angst ist in der Krise der schlechteste Berater.

In bedrohlich empfundenen Situationen zeigt sich Angst und Besorgnis als Primär-Gefühl. In der aktuellen Krise ist es völlig normal, dass auch Unternehmer Angst haben. Unternehmer werden durch externe Regelungen verunsichert, und können wichtige Unternehmensentscheidungen nicht treffen.

 

Angst hat in der Evolutionstheorie eine wichtige Funktion. Es schärft die Sinne und aktiviert den eigenen Schutz- und Überlebensmechanismus im Menschen. Die Angst kommt vor der realen Bedrohung, bei der tatsächlich dann ein angemessenes Verhalten (Kampf oder Flucht) eingeleitet wird. Das Verhalten kann aber nur eingeleitet werden, wenn die Angst das Handeln nicht blockiert (Erstarrung).

 

Angst ist auch im Unternehmen ein Zustand, der nicht produktiv ist. Als Unternehmer sollte eine Zusammenarbeit geschaffen werden, die nicht von Angst geprägt ist. Ein bekannter Hamburger Unternehmer sagte seinerzeit seinen Mitarbeitern am ersten Tag: „Mir sind zwei Faktoren als Unternehmer wichtig. Ich möchte, dass ich Ihnen pünktlich Ihr Gehalt zahle und sie bekommen bei mir täglich eine warme Mahlzeit.“ Genau diese Einstellung führt zu einer Umgebung, wo Mitarbeiter keine Angst für die Grundbedürfnisse haben. Und das ist eine wichtige Aufgabe als Unternehmer.

 

Neben der Angst nach körperlicher Unversehrtheit durch den Corona-Virus haben Mitarbeiter in der Krise auch weitere Ängste:  

1. den Arbeitsplatz zu verlieren

2. durch Kurzarbeit wirtschaftlichen Schaden zunehmen

3. Kunden, nicht in der gleichen Art- und Weise bedienen zu können

4. im Homeoffice nicht arbeiten zu können

5. durch Ihren Vorgesetzten, nicht wahrgenommen zu werden

 

Angst verbreitet sich dazu in der Krise genauso aus wie das Virus selbst. Ein dominantes Teammitglied kann als Meinungsführer der Gruppe ein ansteckendes Gefühl verbreiten. Es kann damit sukzessive ganze Teams oder mehr infizieren. Hier ist die Führungskraft oder der Unternehmer gefragt zu reagieren.

 

Im Vertrieb kennen wir den Umgang mit der Angst ganz besonders.

Was denkt der Kunde, wenn ich ihn kalt anrufe. Störe ich den Kundengerade? Will der Kunde überhaupt kaufen? Der Kunde hat schon einmal nein gesagt. Der Kunden hat schon gekündigt. Wenn wir darauf die Antworten nicht wissen, und aus Angst nicht anrufen, machen wir den ersten Fehler. Wenn wir als Unternehmen nun glauben, wir können in der Krise keinen Vertrieb machen, denken wir auch mit diesen Glaubenssätzen.

 

Die größte Angst, die wir als Mensch haben ist vor etwas Unbekanntem. Etwas zu wagen, das wir noch nie getan haben. Oder etwas zumachen, bei dem wir scheitern können. Oder etwas machen, bei dem wir ggf. keinen Erfolg haben könnten. Die Angst vor etwas Unbekannten ist oft größer, als die Angst scheitern zu können. Das Beschriebene ist die oft umschriebene „Komfortzone“. Die Corona-Krise hat jedes Unternehmen mit Wucht aus der Komfortzone gezerrt. Jeder Unternehmer hat jetzt wie der Mensch drei Handlungsalternativen:

 

Angriff:

Der Angriff erfordert unternehmerischen Mut. Der Angriff ist aber unternehmerisch die einzige Alternative wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Angriff bedeutet das Unternehmen am Laufen zu halten, und neue Kunden auch in der Krise zu gewinnen (Business Kontinuität). Glaubenssätze, dass in der Krise nicht verkauft werden kann, müssen überwunden werden. Gerade in der Krise schaffen es viele Unternehmen effizienter und produktiver zu werden. Es gibt auch viele Beispiele, wie der Weg aus der Komfortzone für technische Innovation gesorgt hat.

Flucht:

Die Flucht ist der Weg, der intuitiv von vielen Unternehmen zuerst gewählt wurde. Das Fehlen von Informationen, Kommunikation und Motivation eine Entscheidung treffen zu können, führte viele Unternehmen zum Stillstand. Man hält nur das am Laufen, was zwingend durch eingehende Impulse am Laufen gehalten werden muss. Verkauft wird nur dann, wenn ein Kunde sich meldet und kaufen möchte.

Starre:

Die schlimmste Reaktion auf Angst ist Abwarten. Ein passives Verhalten, dass mit dem Glauben daherkommt, alles geht schnell vorbei. Dieser hilflose und machtlose Schockzustand ist ähnlich zu dem Lamm, dass den Wolf sieht und wartet, dass es gleich gefressen wird. Die Starre ist normal, muss aber schnellstens besiegt werden. Die Starre symbolisiert die Handlungsunfähigkeit.

 

Jeder Unternehmer wird sich direkt nach der ersten Entscheidung, nicht zu warten, sondern aktiv zu handeln besser fühlen.

Als Unternehmer ist man zusätzlich noch das Vorbild für Führungskräfte und Mitarbeiter. Wenn Sie Angst zeigen, werden die Ängste der Mitarbeiter zum Vorschein kommen, die den alltäglichen Ablauf stören. Bringen Sie auch in der Krise Ihr Unternehmen in einen Raum, wo Mitarbeiter keine Angst haben müssen. Es liegt jetzt an jedem Unternehmer selbst, ob er wartet oder aktiv wird. Wir haben viele Handlungsalternativen in jedem Unternehmen.Wir können uns jetzt Entscheiden die Angst die Oberhand nehmen zu lassen, und weiter zu warten, dass etwas passiert. Oder wir werden aktiv und gestalten die Zukunft.